BVVA NEWS

29.06.2020

Erhöhte Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung von COVID-19-Patienten

BVVA-Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums

Der Bundesverband der Versorgungapotheke (BVVA) hat den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit einer Verordnung zur Erhöhung der Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung (ITS-Arzneimittelbevorratungs-verordnung – ITS-ABV) vom 10. Juli 2020 grundsätzlich begrüßt. Im Zuge der COVID-19-Pandemie sei die Vorratshaltung der krankenhausversorgenden Apotheken mit den betreffenden Arzneimitteln bereits aufgrund eigenverantwortlicher Bedarfsplanung über den vorgeschriebenen 2-Wochen-Bedarf hinaus erhöht worden. Der BVVA machte jedoch darauf aufmerksam, dass die isolierte Betrachtung der Bevorratung in den Krankenhäusern und Apotheken nicht zielführend sei, sondern nur als Teil einer Gesamtstrategie Sinn mache. Er teile die Feststellung der „Task Force zur Sicherstellung der medikamentösen Versorgung in der Intensivmedizin“ dass Voraussetzung für eine Erhöhung der Bevorratung die Erhöhung der Produktionsmengen sei, und deren Sorge, dass es durch eine Erhöhung der Bevorratung zu einer Unterversorgung in kritischen Regionen kommen könne.

Mit der Verordnung sollen die Krankenhausapotheken und krankenhausversorgenden Apotheken verpflichtet werden, ab dem 1. September 2020 die Menge der vorrätig zu haltenden Arzneimittel zur intensivmedizinischen Versorgung von an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten von derzeit zwei Wochen auf einen Vorrat für drei Wochen zu erhöhen. Zugrundezulegen ist der konkrete Bedarf des jeweiligen Krankenhauses. Die Verpflichtungen sollen mit dem Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite, spätestens am 31. März 2021 außer Kraft treten.

Der BVVA wies darauf hin, dass übersteigerte Vorratskäufe häufig allein aus Unsicherheit über die Lieferfähigkeit der Anbieter resultierten, und forderte den Gesetz- und Verordnungsgeber auf, durch geeignete Maßnahmen eine erhöhte Transparenz über die vorhandenen Kapazitäten, Vorräte und Lagerbestände auf allen Stufen der Lieferkette herzustellen. Nur wenn bei allen Beteiligten eine fundierte Vorstellung vom Stand der Versorgungssicherheit und den bestehenden Vorräten und alternativen Bezugsmöglichkeiten vorhanden sei, könnten unverhältnismäßige Panikreaktionen minimiert werden. Dies gelte insbesondere in einer Phase, in der es zunehmend um regionale und lokale Versorgungspitzen geht, die durch Konzentration der Kräfte und Umschichtung der Vorräte zu bewältigen sind.

Da selbst das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nach eigenen Angaben über keine Informationen darüber verfüge, welche Mengen der betroffenen Arzneimittel noch auf dem Markt seien, werde es zur Herstellung der erforderlichen Transparenz weiterer Koordinationsanstrengungen bedürfen. Der BVVA sei bereit, an einer solchen Initiative, etwa im Rahmen des Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen, aktiv mitzuwirken.

» Referentenentwurf einer Verordnung zur Erhöhung der Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung (ITS-Arzneimittelbevorratungsverordnung – ITS-ABV)

» BVVA-Stellungnahme zur ITS-Arzneimittelbevorratungsverordnung (ITSABV)

Pressekontakt

Dr. Rötger von Dellingshausen

Geschäftsführer

Tel.: 030 – 847 121 62
Fax: 030 – 847 121 63

dellingshausen(@)bvva.de



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